Heute nehmen wir Sie mit nach Ungarn, wo wir in Budapest Gabriella Lovas treffen: Sängerin, Chorleiterin, Theaterregisseurin, die mit ihren Chören in den letzten vier Jahren vier Mal an unserem Festival teilgenommen hat!
Guten Morgen, Gabriella! Erzähl uns doch zunächst einmal, wie du zur Musik gekommen bist.
Meine Begegnung mit der Musik erfolgte im Alter von sieben Jahren, als ich in den Kinderchor des Ungarischen Rundfunks aufgenommen wurde. Mit diesem wunderbaren Chor unternahm ich nicht nur zahlreiche Tourneen in Ungarn und im Ausland, sondern begann auch meine musikalische Ausbildung mit der Vertiefung des umfangreichen Chorrepertoires von der Renaissance bis zur Gegenwart.
Mit dreizehn Jahren trat ich dann in den Chor des Ungarischen Staatsopernhauses ein: Das war ein Wendepunkt!
Ich habe nämlich die Welt des Musiktheaters entdeckt, in der Musik mit Bewegung, Kostümen, Bühnenbildern und Licht zu einem komplexen und umfassenden Kunstwerk verschmilzt, und arbeite bis heute sowohl als Musikdirektor als auch als Theaterregisseur.
Erzählen Sie uns von Ihrer Tätigkeit: Wie viele Chöre leiten Sie?
Ich leite derzeit zwei Chöre und habe mit beiden am Festival Alta Pusteria teilgenommen.
Das erste, 2005 gegründete Ensemble ist das Ensemble Femminile FMK, mit dem ich ein Repertoire aufführe, das hauptsächlich auf zeitgenössischen ungarischen Komponisten basiert.
Der zweite Chor hat einen ganz anderen Charakter: Es handelt sich um den Jazz and More Choir, dessen Leiterin ich seit 2017 bin. Wie der Name schon sagt, ist seine musikalische Grundlage der Jazz, aber wir singen auch gerne Gospel, Pop, Rock und Arrangements von Soundtracks.
Weihnachten steht vor der Tür: Wie wird dieses Fest in Budapest gefeiert?
Budapest ist eine magische Stadt, und vor Weihnachten ist sie es noch mehr: Die Straßen sind festlich geschmückt, und auf allen wichtigen Plätzen finden Adventsmärkte statt. Natürlich spielt auch die Musik in der Weihnachtszeit eine wichtige Rolle, und wir werden bei verschiedenen Anlässen auftreten.
Ein typisches Merkmal dieser Zeit? Ganz klar die sogenannten „Tram Luminosi“ (leuchtende Straßenbahnen)! Mit Weihnachtsbeleuchtung geschmückt, fahren sie durch die Stadt und bieten ein wunderbares Erlebnis, vor allem nach Sonnenuntergang.

Zum Schluss noch eine Frage zu unserem Festival, an dem du vier Mal in Folge mit deinen beiden Chören teilgenommen hast: Was ist für dich das Besondere an dieser Veranstaltung?
Was ist daran so besonders? Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll!
Zunächst einmal Italien mit seinem unwiderstehlichen Charme, dann die atemberaubenden Landschaften und die einzigartigen Konzertorte. Nicht zu vergessen sind auch der multiethnische Geist und die aufrichtige Freude über den gegenseitigen Erfolg.
Und zum Abschluss die große Parade der Chöre, bei der Tausende von Menschen aus aller Welt gemeinsam singen!
Für uns war es eine unglaubliche Erfahrung: ein riesiger Adrenalinstoß vom Start bis zur Rückkehr nach Hause.




